Fakt ist.

Ich weiß diesmal gar nicht, wie ich hier anfangen soll. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mal, ob ich tatsächlich einen Post darüber schreiben will, wie sehr es mich nervt, dass irgendwie immer alles „Fakt ist“. Diese zwei Worte sind mir seit August 2015 fremd und regen mich auf. Ziemlich schnell. Ich will das nicht. Immerhin sind es nur zwei Worte, die schnell gesagt und schnell vergessen sind. Außerdem erinnere ich mich nur allzu gut daran, sie selbst gern benutzt zu haben. Die Arroganz, die dahinter stand, wenn ich es getan habe, erkenne ich aber erst jetzt als solche.

Laut Duden ist ein Fakt bzw. Faktum

etwas, was tatsächlich, nachweisbar vorhanden, geschehen ist; [unumgängliche] Tatsache

Okay. Irgendwie bringt mich diese Definition gerade nicht weiter. Später vielleicht. Wie ihr vielleicht merkt, muss ich meine Gedanken noch etwas sammeln. Entschuldigt. Irgendwie ist das ein sehr emotionales Thema für mich. Und, weil ich den Stoizismus liebe, will ich damit umgehen können und mich nicht jedes Mal mies fühlen, wenn jemand „Fakt ist“ sagt. Bevor ihr keinen Bock mehr habt, weiterzulesen, erkläre ich mal kurz, warum mich das so stört.

Zum einen finde ich es ziemlich schwierig Fakten von Gerüchten, Annahmen, Meinungen, Wünschen oder Weissagungen zu unterscheiden. Und zum anderen gibt es neben den „Fakten“, die man mit diesen Worten gern anspricht auch noch andere. In der Regel ist es irgendwie nur die halbe Wahrheit, die man da preisgibt, erkennt, derer man sich bewusst ist.

Jetzt denkt ihr euch wahrscheinlich, man, wie kann man sich denn nur an solchen Worten so hochziehen. Das versuche ich gern zu erklären. Es ist das endgültige, was in ihnen liegt, das mich stört. Es bedeutet, ich lasse keine andere Meinung zu. Für mich ist es ein Unterteilen der Welt in schwarz und weiß. Es ist eine einfache Methode, komplexe Umstände zu erklären, die durch einen einzigen „Fakt“ aber gar nicht erklärt werden können, weil sie halt zu komplex sind.

In gewisser Weise verhindere ich damit jegliche Diskussion. Ich zeige mich verschlossen gegenüber der Meinung des anderen, denn ich weiß ja eh, was „Fakt ist“. Ich diskutiere nicht mehr gern. Früher, als Fakten-Wisseerin, hab ich das gern gemacht. Inzwischen versuche ich mehr zuzuhören und meine Meinung zurückzuhalten. Das gelingt mir aber noch nicht immer besonders gut. Ich arbeite dran.

Wahrscheinlich reagiere ich auch absolut über auf diese Worte. Und wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich diesen Artikel dazu schreiben will. Ich denke, es hilft schon, mir bewusst zu machen, dass ich es eh nicht ändern kann. Leute, Freunde wie auch fremde Facebook-Trolls, werden diese Worte benutzen. Ich will einfach dankbar sein, dass ich ihre Leere für mich erkennen durfte. Für mich. Für dich sind sie vielleicht gar nicht leer.

Und ich bin dankbar, dass mir diese wenigen Zeilen dabei geholfen haben, einen Weg zu finden damit umzugehen. Ich werde sie schlicht überlesen, nicht darauf reagieren und mit Menschen, die sie gebrauchen nicht über das jeweilige Thema diskutieren. Das fühlt sich schon viel leichter an! Ach, ich bin so dankbar für das Schreiben. Es macht den Kopf so viel klarer!

Habt schöne Ostern, ihr Lieben.

Eure Andrea

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