Meditation.

Seit etwa zwei Monaten meditiere ich täglich. Meine App sagt „66 beendete“ Meditationen. Nie, nie, nie, niemals im Leben hätte ich geglaubt, dass ich auch nur im Entferntesten von einer Meditation profitieren könnte. Ich dachte immer, ich müsste meine Gedanken abschalten, meinen Kopf leeren. Das erschien mir sooowas von unmöglich. Und das ist es ja auch. Und vor allem ist es nicht notwendig. Es geht eher darum, die Gedanken nicht weiter zu beachten. Sie schon zu sehen aber eben nichts weiter mit ihnen zu machen, als sie wieder gehen zu lassen. Nachdem ich das verstehen durfte, ist das Meditieren für mich zu einem festen Teil meiner Morgenroutine geworden.

Angefangen habe ich mit geführten Meditationen zu verschiedenen Themen wie Dankbarkeit, Gelassenheit, Kreativität und vielen weiteren Themen. Seit etwa 1-2 Wochen versuche ich es ohne Anleitung. Ich zähle meine Atemzüge, heiße Gedanken willkommen und versuche sie direkt wieder weg zu schicken. Das klappt oft, manchmal nicht.

Sehr entspannt kann ich schon mit Ablenkungen umgehen. Laute Geräusche regen mich nicht auf und ich kann auch weiter machen, wenn jemand versehentlich ins Zimmer kommt. Das empfinde ich schon als einen enormen Fortschritt, denn vor ein paar Monaten wäre das oft ein Trigger gewesen, um meinen Puls zu beschleunigen und mich sauer zu machen.

Ich bin sehr überrascht oder vielmehr überwältigt davon, wie das Meditieren mich verändert hat. Unter der Woche meditiere ich, nachdem ich eine Stunde gearbeitet habe aber bevor der Tag so richtig los geht. Diese Auszeit zwischen dem morgendlichen Trubel und der Konzentration auf die PC-Arbeit ist wie ein kurzer Urlaub. Mein Stresslevel sinkt. Ich kann ganz anders mit den kleinen Dramen umgehen, die unweigerlich auftauchen, wenn du mit einem Dreijährigen zusammen lebst. Ich habe viel mehr Verständnis, bin aber auf der anderen Seite auch mehr bei mir selbst.

Im Grunde bin ich genau das: Bei mir selbst. Ruhiger. Entspannter. Da. Diese erste Stunde Arbeiten ist abgehakt (ich mach das gern, was ich da mache, aber es fordert den Kopf halt). Ich kann mich viel mehr auf das konzentrieren, was jetzt gerade ist.

Ja, ich bin nicht nur mehr bei mir selbst. Ich bin auch mehr hier. Und mehr jetzt.

Momentan meditiere ich nur sieben Minuten. Ich sitze frei auf einer Decke, passe meine Haltung an, schließe die Augen, spüre wie ich sitze, spüre mich, meinen Körper, konzentriere mich auf meinen Atem, lasse die Gedanken ziehen und manchmal versuche ich die Weite um mich herum zu spüren. Ich versuche das Gefühl zu erschaffen, dass keine Wände um mich herum sind. Nur unbeschreibliche Weite. Als würdest du auf einem Berg sitzen. Oder auf einem Dach. Da ich heute im Dachgeschoss meditiert habe, war dieser Gedanke sehr naheliegend und irgendwie ziemlich cool.

Wenn ich abschweife, kann ich meine Aufmerksamkeit zurück zum Atem zählen bringen. 1 einatmen, ausatmen. 2 einatmen, ausatmen. Und so weiter. Bis 10. Und wieder von vorn.

Mein Freund meditiert täglich 20 Minuten. Das will ich auch. Momentan ist mir der Zeitpunkt morgens aber sehr wichtig und da ist die Zeit sehr knapp kalkuliert. Ich könnte aber sicher noch etwas früher aufstehen und dann die Meditation auch ausdehnen. Aber momentan sind selbst diese 7 Minuten ein täglicher Pool der Regeneration. 7 tägliche Minuten, die mich wirklich verändert haben.

Ich bin so dankbar, dass ich das für mich entdeckt habe und bin gespannt, wie ich da reinwachsen werde. Wie stehst du dem Thema gegenüber? Hast du dich schon mal damit beschäftigst oder meditierst du vielleicht schon seit langem?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst diese HTML Tags und Attribute nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Copyright © 2016. Andrea Kuhn . Impressum . Datenschutzerklärung